Der Zauber des Neubeginns
- Gabriele Kolup

- 3. Jan. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Jan.

Ein neues Jahr hat gerade begonnen und mit ihm 365 Tage voller Hoffnung und Zuversicht aber auch Ungewissheit, was diese wohl bringen mögen. Wird uns dieses Jahr viele strahlende, glückliche Momente schenken? Wird es getragen sein von Veränderung?
Manchmal muss uns erst schmerzlich bewusstwerden, dass unsere Zeit hier auf Erden endlich ist. Dass jeder Tag unser letzter sein könnte. Das Leben kann manchmal unfair und unerbittlich sein, diese Erfahrung kennen viele von uns. Doch es liegt an uns, aus jedem einzelnen Tag (soweit es in unserer Macht steht) ein kleines Wunder zu erschaffen. Jeder einzelne Tag unseres Lebens birgt den Samen des Neubeginns in sich.
Ein neues Jahr lässt sich mit dem Zyklus einer Pusteblume vergleichen. Das Keimen des Samens, ein Wachstum entgegen allen Widrigkeiten des Universums, das stolze Tragen der gelben Blüte, einer strahlenden Sonne gleich. Doch auch das Ende der Blüte ist kein Grund zur Trauer, denn im Verborgenen entsteht etwas viel Größeres und Bedeutenderes. Die grünen Blätter am oberen Ende des Stiels schließen sich und im Inneren beginnen sich die Früchte zu entwickeln. Hunderte kleiner Samen bilden bald die bekannte flauschige Kappe und sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, öffnet sich die Pflanze wieder und die Pusteblume wird sichtbar.
Es ist eine faszinierende Transformation und sobald die Samen vom Wind verweht und hinaus in die Welt getragen werden, beginnt etwas Neues. Pusteblumen erinnern uns an unsere unbeschwerte Kindheit, in der wir barfuß über Wiese rannten und noch an die Macht des Wünschens glaubten. Wir pusteten voller Freude und Zuversicht auf die flauschigen Bällchen, deren Samen gleich kleinen Schirmchen durch die Luft wirbelten. Unsere Wünsche und Träume würden wahr werden, wenn wir nur fest genug daran glaubten.
Die Pusteblume ist mit der Kraft verbunden, schwierigste Zeiten zu überstehen und mit der Zuversicht, dass bessere Tage kommen werden. Denn sobald wir einen Samen auf die Reise schicken, wird er eines Tages keimen. Im Guten wie im Bösen.
Lasst uns in diesem Jahr also Samen in die Welt pusten, die gelbe Blumen zum Vorschein bringen, die die wärmende Kraft und das strahlende Gelb der Sonne in unsere Herzen tragen.
In meiner Kolumne „Pusteblume“ möchte ich Worte zu Sätzen weben und wie kleine Schirmchen hinaus in die Welt schicken. In eure Welt.
Vielleicht schaut ihr ja demnächst wieder hier vorbei. Ich strecke euch die Hand entgegen. Reiche euch eine Pusteblume. Webe euch einen Teppich aus Worten, auf dem ihr euch kurz niederlassen könnt. Stricke euch einen Schal aus Sätzen, der vielleicht ein wenig Wärme spendet. Meine Zeilen hier sollen kleine Metaphern sein, wollen ein wenig Glück und Zuversicht in graue Zeiten bringen. Wollen vom Loslassen und Vertrauen berichten. Von Wachstum, Scheitern und der Kraft des Neubeginns. Man sagt über die Pusteblumen, dass sie Glück bringen, weil sie das Kindheitsgefühl der Freiheit und Sorglosigkeit wiedererwecken. Ob wir daran glauben oder nicht – in jedem Fall werden wir recht behalten.





