Krieger des Lichts

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Sei wie ein Boot,
das auf dem Strom des Lebens dahin treibt.
Und mag der Fluss auch noch so reißend,
mögen die Wogen noch so stark sein:
Du wirst deinen Weg finden –
wenn du eins bist mit den Elementen der Natur.
Lass dich treiben,
denn das Prinzip aller Dinge ist das Wasser.

Sei wie der Fisch.
Gleite durchs kühle Nass.
Tauch auf, füll deine Lungen mit klarer Luft
und mach den nächsten Zug.
Schwimm auch mal gegen die Strömung.
Denn das stärkt deine Muskeln
und gibt deiner Seele Kraft.

Sei ein Dichter,
benütz deine Phantasie
und schreib deine eigene Geschichte.
Denn nur du allein kannst deinen Weg finden,
nur du kannst den Text zum Lied deines Lebens dichten.
Lass dich nicht blenden von der Dunkelheit.
Kämpf gegen deine Dämonen an.
Schreib dich einfach frei –
und sei ein Krieger des Lichts!

Bildquelle: © Gabriele Kolup

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Tage fallen wie Blätter – die Zeit, sie läuft.
Und wir verlieren uns in den Nichtigkeiten des Alltags.
Haben den Blick für das große Ganze verloren.
Hören nicht hin, wenn die Vernunft zu uns spricht.
Wissen es nicht zu schätzen.
Dieses Geschenk, das uns Tag für Tag offenbart wird.
Das Geschenk des Lebens.
So unendlich zerbrechlich und endlich.
Stets einen Flügelschlag vom anderen Ufer entfernt.

Tage fallen wie Blätter – es ist schon weit nach Zwölf.
Wir können es einfach nicht fassen dieses Leben.
Doch unfassbar einfach könnte es sein,
wenn wir seinen Sinn verstehen würden.
Siehst du die kleine Flamme, die in dir lodert?
Spürst du das Feuer in dir?
Der brennende Schmerz, der dein Herz umklammert.
Nur er kann dir den Weg weisen.
Es ist die Angst, die dich sehend macht.

Tage fallen wie Blätter – wach endlich auf.
Das Tor zur neuen Welt liegt verschlossen vor dir.
Das Atmen fällt dir schwer.
Der beißende Rauch des Vergessens treibt dir Tränen in die Augen.
Asche, die vom Himmel fällt.
Gleich feinem Sand, der durch deine Finger rieselt.
Du blickst zurück und suchst nach Spuren.
Spuren im Sand, die das Meer verwischt.
Es sind die Gezeiten des Lebens, die dich formen.

Tage fallen wie Blätter – die Natur bahnt sich ihren Weg.
Du fühlst das Wasser, hörst das Knacken der Balken.
Siehst den grellen Schein der Flammen.
Lautes Tosen, das dich umfängt.
Das dir die Luft zum Atmen nimmt.
Und dann Stille.
Und Dunkelheit.
Und schließlich geht der Vorhang auf.
Für jetzt und alle Zeiten…

 

Bildquelle: © Gabriele Kolup

Das kleine Wort Hoffnung…

Es gibt Tage,
an denen scheint das Leben trüb und hoffnungslos.
Die Schwermut
legt sich gleich einem nebligen Herbsttag
um deine Seele
und hüllt sie in zartes Moll…

Du fragst dich,
ob dein Leben jemals eine Wendung nehmen,
ob die Sonne jemals wieder
dein Herz erwärmen wird.
Du suchst nach einem Ausweg,
suchst nach dem fehlenden Wort für das Morgen…

Such nicht im Außen.
Frag nicht den Andern.
Sei ganz still und bei dir.
Lausch einfach der Musik.
Fühl ihren Klang und lass ihn in dir schwingen.
Sie kennt all deine Fragen, nennt all deine Antworten…

Erkenne die Angst tief in dir,
diese Angst, dein Leben zu verspielen.
Wie wäre dein Weg verlaufen,
wenn du manch andere Abzweigung genommen hättest?
Es ist das Spiel deines Lebens.
Und es gibt kein Zurück…

Spür diesen Schmerz tief in dir,
und lass ihn einfach zu.
Denn er ist Teil von dir.
Und du bist Teil des Großen Ganzen.
Nichts, was dir widerfährt, ist ohne Sinn.
Leben heißt, dessen wahre Bedeutung zu erkennen…

Du lauscht wieder der Musik,
die nun jede Faser deines Körpers mit Wärme erfüllt.
Und dann geht die Sonne auf.
Ein feuerroter Lichtball in Dur.
Du schließt die Augen, doch das Licht
durchdringt deine geschlossenen Lider.
Es ist das Licht der Erkenntnis.

Und plötzlich ist es da.
Das Wort,
nach dem du die ganze Zeit über gesucht hast.
Das Wort,
das die Menschheit seit jeher am Leben hält.
Das Wort,
das das Morgen überhaupt erst möglich macht.
Und dieses unscheinbare Wort
heißt
Hoffnung…