Die Geburt der Welt

Die Erde schwimmt

Ich bin.
Ja, ich bin.
Bin zum ersten Mal in meinem Leben gestrandet. Gelandet.
Durch Dich. Dich allein.
Hast meine erstarrten Mauern niedergerissen.
Hast mein Universum neu erschaffen. Göttlicher, Du.
Gnadenlos.

Los.
Ja, ich lasse los.
Habe endlich meinen Kopf abgeworfen. Wie der Baum die Frucht.
Bin nun kopflos. Bereit zur Ernte.
Habe mich gehäutet wie eine Schlange. Ohne Furcht.
Erstrahle im gold’nen Licht meiner neuerwachten Sehnsucht.
Schutzlos.

Bereit.
Ja, ich bin bereit.
Hast den Stein, der wie ein Panzer
Auf meiner Seele lastete, ins Rollen gebracht. Mit Gefühl.
Räumtest all die Mauersteine aus dem Weg.
Ausweg warst Du. Ausweg und Ziel.
Bedingungslos.

Süchtig.
Ja, ich bin süchtig.
Süchtig nach deiner Wärme. War gefroren, doch nicht erfroren.
Und dann kamst Du. Und mit Dir der Frühling.
Es taut. Trinkst gierig die ersten Tropfen von meiner Brust.
Dornröschenschlaf. Winterschlaf. Schlafsucht. Suchtgefahr.
Gefahrengut.

Ich begehre.
Ja, ich begehre.
Dränge meinen Körper an deinen – halt mich fest!
Falle ins Bodenlose. Uferlos bin ich nun, kenne keine Grenzen.
Ertrinke im Honig unserer Leidenschaft. Treibe dahin.
Kerze bin ich nun, formbar und weich. Habe meine Härte gesteinigt.
Explosion.

Schwanger.
Ja, ich bin schwanger.
Trage deine und meine Liebe in mir aus. Ein Leben lang.
Ein Samenkorn. Hast Verlangen gesät und Lust geerntet.
Lustvoll streichst du über meine Lenden, malst die Hügel meines Körpers.
Körperzeit. Du hast für mich ein neues Zeitalter eingeläutet.
Die Geburt der Welt.

Bildquelle: Rita Thielen / pixelio.de

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