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Tage fallen wie Blätter – die Zeit, sie läuft.
Und wir verlieren uns in den Nichtigkeiten des Alltags.
Haben den Blick für das große Ganze verloren.
Hören nicht hin, wenn die Vernunft zu uns spricht.
Wissen es nicht zu schätzen.
Dieses Geschenk, das uns Tag für Tag offenbart wird.
Das Geschenk des Lebens.
So unendlich zerbrechlich und endlich.
Stets einen Flügelschlag vom anderen Ufer entfernt.

Tage fallen wie Blätter – es ist schon weit nach Zwölf.
Wir können es einfach nicht fassen dieses Leben.
Doch unfassbar einfach könnte es sein,
wenn wir seinen Sinn verstehen würden.
Siehst du die kleine Flamme, die in dir lodert?
Spürst du das Feuer in dir?
Der brennende Schmerz, der dein Herz umklammert.
Nur er kann dir den Weg weisen.
Es ist die Angst, die dich sehend macht.

Tage fallen wie Blätter – wach endlich auf.
Das Tor zur neuen Welt liegt verschlossen vor dir.
Das Atmen fällt dir schwer.
Der beißende Rauch des Vergessens treibt dir Tränen in die Augen.
Asche, die vom Himmel fällt.
Gleich feinem Sand, der durch deine Finger rieselt.
Du blickst zurück und suchst nach Spuren.
Spuren im Sand, die das Meer verwischt.
Es sind die Gezeiten des Lebens, die dich formen.

Tage fallen wie Blätter – die Natur bahnt sich ihren Weg.
Du fühlst das Wasser, hörst das Knacken der Balken.
Siehst den grellen Schein der Flammen.
Lautes Tosen, das dich umfängt.
Das dir die Luft zum Atmen nimmt.
Und dann Stille.
Und Dunkelheit.
Und schließlich geht der Vorhang auf.
Für jetzt und alle Zeiten…

 

Bildquelle: © Gabriele Kolup

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